Vorweihnachtliche Unterbrechung des Winters

Genauso überraschend und heftig wie der Winter über uns hereingebrochen war, hat er sich nun wieder zurückgezogen. Der Einbruch, der in der letzten Woche mit Schnee und Temperaturen bis minus acht Grad Celsius einherging, ist nun einem Nieselwetterchen mit plus sieben Grad Celsius gewichen. Seit Montag konnte ich dank dem Freundlichstem mit sattem Dynamolicht auf dem MTB auch im dunkeln durch Moore und Wälder strahlen. …

Doch nun waren Schnee und fester Boden gewichen. Unter der Woche hatte ich jemanden entdeckt, der sich ebenfalls mit dem Rad hinaus getraut hatte. Jan Marten war es. Tapfer und unumstößlich kam er mit neoprenverpacktem Haupt auf dem Crosser durch die Fußgängerzone daher und rollte seine Trainingsrunde aus. Da ich an diesem Tag transportbedingt motorisiert unterwegs war, begegnete ich ihm ungewöhnlicherweise sogar zu Fuß.
Heute ist der dritte Adventssonntag, der 16. Dezember 2012. Die Temperaturen rufen das Road Bike auf den Plan. Doch die hohe Salz- und Schmutzbelastung rät dringend von der ultradünnen Zehnfach-Kettentechnik ab. Da der Kurze Schrauber ohnehin keinen Zeitplan einhält, werde ich aber ohnehin mit meinem Stahlhengst an den Start gehen. Schnell noch einen weiteren Frühstückskaffee geschlürft und dann geht’s hinaus. Das platte Dynamolaufrad ist dank Schnellspanner und zuverlässigem Tageslicht flugs durch ein anderes Laufrad ersetzt und so rolle ich zum Vereinsheim. Die milderen Temperaturen haben viele Radler trotz des seichten Nieselns an die frische Luft gelockt. Gerrit, Heiko, Hermann und Ingo sind entzückt, das Joachim mit dem grünen Daumen seinen trägen Pannenhelfer probeweise durch einen orange-felt-iges MTB ersetzt. Ebenfalls auf winterlichem Road Bike sind heute Hugo und Rainer am Start. Sie machen sich gleich auf den Weg und wollen später auf mich warten. Unterdessen zieht Jan die MTB-Truppe hinaus und weist ihr einen Pfad, der sie über Meckelsen führen soll. Zeitgleich steigt in den Niederlanden mein DCT-Begleiter Bert auf sein MTB um sich ebenfalls auszutoben. Mich zieht es schräg dem Wind entgegen über Elsdorf nach Scheeßel, dann über Westerholz nach Rotenburg und in den Luhner Forst. Von dort trete ich über Abbendorf, Gyhum und Wehldorf mit Schwung und patschnassen Füßen (in sommerlichen Halbgamaschen) zurück zum Start. Hugo, Joachim und Rainer sind schon abgerückt, aber die anderen schmieden im Vereinsheim kräftig an den radsportlichen Sylvesterplänen. Die Spuren des Tauwetters sind an den Jungs nicht vorbei gegangen. Insbesondere Heiko hatte wohl häufiger einen Vordermann ohne Schutzbleche. Seine Sommersprossen stehen denen von Bert in nichts nach.
Auf meinem Heimritt kommt mir auf dem Nord-West-Ring noch ein Biker entgegen. Es ist wieder Jan Marten. Auch er ist mit seinem Crosser eine Frührunde getreten.
Einen schönen Advent und ab in die Sauna!