Nass, kalt, Rathaus

Schnell ist eine Woche schönen Herbstwetters um und am heutigen Samstag tagen wir iin Dirks Küche bei leckerem Kuchen, um ein paar Angelegenheiten der Jahreshauptversammlung zu besprechen. Derr Kuchen ist sogar so gut, dass ich kaum noch zum Radeln komme. Am Sonntag (21. Oktober), um 9.30 Uhr treffe ich auf ein sonnenhungriges Sextett mit Gerrit, Hugo, Joachim, Marinus, Torsten und Udo. Gerrit lenkt die Truppe über Oldendorf hinaus, wo wir zunächst Hermann begegnen, der zwar richtig gekleidet ist, aber nur m it dem MTB herumeiert. Gen Hemel begegnen uns unsere beiden Frühstarter, die ihre Runde nun bereits abgeschlossen wissen. Wir fahren in einem teils sehr moderatem Tempo über Otterstedt und Ottersberg und finden eine ruhige „Stelle“ zwischen Posthausen und Hellwege, um kleine Augenblicke in der Sonne zu verharren. Beim Ansteuern auf Hassendorf schlage ich indes einen anderen Weg ein und stoße infolge der unüberwindbaren ICE-Gleise nicht mehr zur Gruppe, sondern suche daher meinen eigenen Weg. Er führt mich über Sottrum, Mulmshorn und Elsdorf auf die Terrasse vom Ringhotel zum doppelten Cappuccino.  So habe ich also in der herbstlichen Sonne aufgetankt und trete heimwärts nochmals schwungvoll in die Pedale. Bei meiner Ankunft erwartet mich indes Kiki, die ihren kleinen Renner schon vor die Tür gestellt hat und mich zu einer weiteren Ausfahrt lädt. Sie schlüpft also flink in ihr Vereinsdress und dann sind wir auf der Straße. So fahren zunächst quer durch die Stadt und steigen dann aus der Senke am Moordamm hinauf Richtung Jugendherberge. Kiki hat sich vielleicht doch etwas zu warm angezogen und kommt ganz fürchterlich ins Schnaufen. Wir legen einen kleinen Stopp ein und sie legt ein paar überzählige Isolierschichten ab. Nun rollen wir wieder stadteinwärts, ziehen über den Nord-West-Ring am Hansa-Headquarter vorbei und lassen uns dann gemeinsam auf der Terrasse vom Ringhotel nieder um ein leckeres Walnusseis zu verkosten.

 Im Laufe der Woche sind die Temperaturen extrem gefallen. Am heutigen Sonntag (28. Oktober) zeigt das Quecksilber um 9.00 Uhr noch Temperaturen unter dem Gefrierpunkt an und da sind dicke Handschuhe ein absolutes Muss. Kiki ist heute angemessen isoliert, doch ihre dicken Handschuhe wollen sich nicht auffinden lassen. Die kleinen MTB-Fingerhandschuhe sind etwas dünn und es hilft nur wenig, dass Kiki am Ende noch erinnert, dass die dicken Handschuhe ihre Schulbank warm halten. Also treten wir los nach Zeven, aber verfehlen ein unerschrockenes Septett nur um wenige Sekunden. Trotz eisiger Fingerchen will Kiki dennoch ihre Runde treten. Wir ziehen die Mückenburg hinab und kehren an der Reithalle zurück, um über die Westumgehung wieder heim zu radeln. Kiki hat ihr Soll längst erfüllt und nun  ist es an mir, dass ich auch meine Runde schließe. Über Scheeßel und Borchel nach Bötersen gelange ich weiter über Bittstedt und Steinfeld nach zwei Stunden  heim.

  Am Mittwoch erinnert Rainer nochmals an die bevorstehende Vorstellung der örtlichen Vereine im Zevener Rathaus. Daher bringe ich abends noch schnell unseren Flyer im neuen Design aufs Papier und stehe bei Gerrit vor verschlossener Tür. Er sitzt halloweenmäßig auf seinen Ohren und öffnet erst nach telefonischem Klingeln. So reiche ich ihm die ersten Normalpapier-Drucke unseres neuen Flyers, damit er seinen vorruhestandlichen  Zeitüberschuß „knicken“ kann. Am Donnerstagnachmittag (1. November) folgen ein paar folienverschweißte Presseberichte, mit denen er am Abend die Vereinswand schmücken soll, um ein paar der Seedorfer Fallschirmjäger zu locken. Um 18.00 Uhr ist es bereits finster, aber ich entschließe mich, noch eine kleine Runde zu treten und nicht unverschwitzt ins Rathaus einzukehren. Kurz bevor ich mein Warm-Up-Stunde vollende, ernste ich in Frankenbostel eine eiskalte Cool-Down-Dusche und bin damit bestens präpariert für einen Blick in die Ausstellung. Im  Foyer schallt mir schon ein „oh nöh“ von Ute zu, der ich aber sogleich entgegnen muss, dass Sie doch bitte nicht die jungen Soldaten verschrecken, sondern zur sportlichen Betätigung in der Stadt am Walde ermuntern soll. Während ich weiter in den Rathaussaal tapse, tropfe ich ein wenig ab und erblicke entzückt unseren nahezu professionellen Vereinsstand, der sich gleich rechts neben der Bühne anschließt. In legeren Jeans und Langarmtrikot präsentieren sich unsere Niederländischen Säulen Gerrit und Marinus gemeinsam mit Kapitän Rainer (jetzt mit Trikotaufdruck „Rainer“) vorbildlich auf unserem Messestand. Leider ist das Publikum aus Seedorf offensichtlich eher der Einladung zu einer Pflichtveranstaltung nachgekommen, als tatsächlich aus persönlichen Erwägungen den Kontakt zu den lokalen Vereinen suchen zu wollen. Egal, der Schaumwein steht bereit und mindestens Hans-Peter hat noch ein wenig Info-Bedarf zum Zevener Radrennsport.